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PRIMA Studie

 

Die Prospektive, randomisierte Implementierung des Modellprojekts Augsburg war ein gemeinsames Projekt der II. Kinderklinik des Klinikums Augsburg, der Universitätskinderklinik Bonn, des Bunten Kreises Augsburg und des beta Instituts.

 

Im deutschsprachigen Raum lagen bisher keine Studien zur Effektivität und Effizienz von Nachsorgeprogrammen für Früh- und Neugeborene vor. Die PRIMA-Studie schließt diese Lücke und konnte im Sinne einer Versorgungsforschung zeigen, dass die familienorientierte Nachsorge bei Frühgeborenen die Mutter-Kind-Interaktion fördert, die mütterlichen Belastungen reduziert und die Zahl amulanter und stationärer Behandlungen reduziert.

 Download Erste Ergebnisse PRIMA-Studie - Abstract.

 Download Zusammenfassung des Endberichts.

 

Fragestellung

Verbessert eine familienorientierte Begleitung und Nachsorge bei Frühgeborenen und kranken Neugeborenen nach dem Modell des „Bunten Kreises“ Augsburg die Familienkompetenz gemessen an der Mutter-Kind-Interaktion und emotionalen Regulation des Kindes und führt sie zu einer Reduktion der Familienbelastung?


Methodik

In einer prospektiven Studie wurden insgesamt 121 Müttern mit 151 Kindern  in drei Zielgruppen mit und ohne familienorientierte Nachsorge randomisiert: Frühgeborene (FG) unter 28 Schwangerschaftswochen (SSW) (28 Mütter, 33 FG), FG von 28 bis 31 SSW (59 Mütter, 75 FG) sowie FG und Neugeborene über 31 SSW (34 Mütter, 43 Kinder). 

Es ist eine Besonderheit der PRIMA-Studie, dass es gelungen ist, im Rahmen der Versorgungsforschung eine randomisierte Studie erfolgreich durchzuführen.

 

Die Begleitung und Nachsorge erfolgte beginnend mit der Aufnahme in der Kinderklinik für einen Zeitraum von maximal 6 Monaten durch Kinderkrankenschwestern und Sozialpädagoginnen als Case Managerinnen, bei Bedarf auch durch eine Psychologin.


Im korrigierten Alter von 6 Monaten wurden mittels einer Video-Interaktionsbeobachtung (Mother infant structured play assessment, Wolke) die Mutter-Kind-Interaktion und die emotionale Regulation des Kindes analysiert. Zu drei Zeitpunkten (vor Entlassung sowie im korrigierten Alter von 6 bzw. 18 Monaten) wurden ferner mittels Fragebögen (Trierer Persönlichkeitsfragebogen, Dyadic adjustment scale) und Interviews der Mütter die psychische Belastung, die Paarsituation und die psychosoziale Situation (Familienadversitäts-Index, Psychossozialer Stress-Index) erfasst.

 

Die vergleichende Studie wurde an der Universitätskinderklinik Bonn durchgeführt, wo im Rahmen der Studie auch die Nachsorge nach dem Augsburger Modell aufgebaut wurde (Implementierung). Durch die Implementierung der Familiennachsorge in Bonn wurde zudem die Übertragbarkeit des Augsburger Case-Management- und Nachsorge-Modells an eine andere Klinik gezeigt.


Ergebnisse

  • Die Mütter der Interventionsgruppe mit Nachsorge zeigten in der Video-Interaktionsbeobachtung eine verbesserte mütterliche Sensitivität und Mutter-Kind-Interaktion.
  • Die Kinder zeigten höhere Scores für die emotionale Regulation.
  • Die Paarbeziehung zeigte sich im Verlauf in der Interventionsgruppe weniger belastet als in der Kontrollgruppe (jeweils p < 0,05).
  • Die Kinder der Interventionsgruppe mussten seltener wieder stationär aufgenommen werden und benötigten weniger ambulante Untersuchungen in der Klinik.
  • Die Mütter der Interventionsgruppe fühlten sich besser über Nachbetreuungsangebote informiert und waren besser vernetzt.

 

Schlussfolgerung

Eine schon früh im stationären Aufenthalt beginnende Begleitung und Nachsorge durch speziell geschulte Case Managerinnen reduziert die Familienbelastung und verbessert die Mutter-Kind-Interaktion und die emotionale Regulation der Frühgeborenen, was zu einer positiven Gesamtentwicklung der hoch belasteten Kinder beiträgt.

Nachsorge ist ferner soziökonomisch sinnvoll, da die Zahl der stationären und ambulanten Klinikaufenthalte reduziert werden konnte und die Mütter besser mit weiteren Nachbetreuungsangeboten vernetzt waren.


 

Dr. Friedrich Porz, Oberarzt an der II. Klinik für Kinder und Jugendliche in Augsburg und Mitbegründer des Bunten Kreises, leitete die PRIMA-Studie. Die Studie ist assoziiert an den Pflegeforschungsverbund Mitte, bestehend aus den Universitäten und Fachhochschulen Halle/Saale, Leipzig, Magdeburg, Jena, Fulda, Frankfurt/M. und Darmstadt.


Kontakt zur Studienleitung
Dr. Friedrich Porz
Telefon 0821 400-3382 oder -3401
friedrich.porz@beta-institut.de


Weiterführende Informationen
 Augsburger Nachsorgeforschung

 Download Zusammenfassung des Endberichts

 Download Erste Ergebnisse PRIMA-Studie - Abstract

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