Kernkompetenz Case Management

 

! Aktuell ! beta Institut von der DGCC als CM-Ausbildungsinstitut rezertifiziert. Details siehe unten

 

Case Management ist eine zentrale Kernkompetenz des beta Instituts, die in nahezu allen Projekten eine Rolle spielt. Deshalb soll hier das Prinzip Case Management (CM) kurz erklärt werden. CM ist ein Handlungsansatz, mit dem sich grundlegende Herausforderungen im Gesundheitswesen lösen lassen. Es fängt hohe Belastungen beim Patienten ab und fördert gleichzeitig die Effizienz und Effektivität in der Patientenversorgung.

 

 

CM eignet sich vor allem bei komplexen Problemlagen: bei schweren und chronischen Erkrankungen, wenn die Belastungen insgesamt so groß sind, dass sie die Ressourcen des Patienten übersteigen und möglicherweise sogar die Therapie oder den Therapieerfolg gefährden. Belastungen können die Schwere oder Lebensbedrohlichkeit der Erkrankung sein, anspruchsvolle oder langwierige Therapien, Probleme im psychischen oder sozialen Bereich, finanzielle Probleme oder eine organisatorische Überforderung, sich im stark zergliederten Gesundheits- und Sozialsystem zurechtzufinden.

 

Aufgabe des CM

Laut Definition der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) hat CM die Aufgabe

"ein zielgerichtetes System von Zusammenarbeit zu organisieren, zu kontrollieren und auszuwerten, das am konkreten Unterstützungsbedarf der einzelnen Person ausgerichtet ist und an deren Herstellung die betroffene Person konkret beteiligt wird."

 

Case Management bedeutet strukturiertes Arbeiten auf zwei Ebenen: individuell auf der Fallebene und vernetzend auf der Systemebene.

 

Zwei Ebenen

Case Manager arbeiten auf zwei Ebenen: (1) auf der Fallebene in der persönlichen Begleitung der Patienten und (2) auf der Systemebene in der Kooperation und Vernetzung der Partner, die für Patienten Leistungen erbringen (können). Deshalb kann CM auch Ziele in beiden Bereichen gleichzeitig verfolgen:

  1. Einerseits die Sicherstellung der Behandlung, die Sicherstellung der Teilhabe (= Integration im Alltag = Selbstständigkeit des Patienten) und damit auch eine höchstmögliche Lebensqualität für den Patienten.
  2. Andererseits die Entwicklung von Netzen, die die Effizienz steigern. Die Netze bestehen aus allen Einrichtungen, die an der Patientenversorgung beteiligt sind.

 

CM-Phasen auf der Fallebene

Das CM auf der Fallebene läuft strukturiert in zeitlich aufeinander folgenden Phasen ab, hier ein knapper Überblick.

  • Klärungsphase
    Klärung, ob überhaupt CM notwendig ist oder ob gezielte Informationen ausreichen.
  • Assessment
    Intensives Gespräch, um den individuellen Versorgungsbedarf des Patienten in den medizinischen, pflegerischen, funktionalen, psychosozialen und ggf. spirituellen Bereichen zu erfassen.
  • Hilfeplanung
    Patient, Fachpersonal und Case Manager legen Ziele fest, planen die dazu notwendigen Maßnahmen und vereinbaren, wer was bis wann tut.
  • Durchführung und Monitoring
    Während die Maßnahmen durchgeführt werden, koordiniert, überwacht und dokumentiert der Case Manager alle Aktivitäten.
  • Evaluation und Abschluss
    Am Ende besprechen Patient und Case Manager die gesamte Maßnahme und entscheiden, ob die Unterstützung beendet oder weitergeführt wird.
    Bei einer Weiterführung findet ein Re-Assessment statt und die Phasen werden erneut durchlaufen.


Sektorenübergreifende Vernetzung

Auf der Systemebene arbeiten Case Manager sektorenübergreifend, das heißt, sie vernetzen mögliche Leistungserbringer über alle Behandlungsstufen hinweg. Auch der Aufbau des Netzwerks läuft strukturiert: von der Analyse über Planung und Aufbau bis zur Pflege und Evaluation.

 

Leitprinzipien

Eine ganze Reihe von Leitprinzipien bestimmen das Handeln von Case Managern.

 

Leitprinzipien auf der Fallebene:

  • Patientenorientierung
  • Lebensweltnähe
  • Mehrdimensionalität des Menschen
  • Ressourcenorientierung
  • Empowerment

 

Leitprinzipien mit Blick auf die Fachlichkeit

CM wird auf qualitätvolle Weise erbracht. Hierzu zählen:

  • Interprofessionalität
  • Neutralität
  • Effektivität
  • Effizienz
  • Leistungstransparenz für alle Beteiligten

 

Leitprinzipien mit Blick auf Gesellschaft und Sozialpolitik:

  • Nachrangigkeit
  • Welfaremix
  • Agieren quer zu den bestehenden segmentierten Kosten- und Leistungsträgerstrukturen
  • Ambulant vor teilstationär vor stationär

 

Case Management im beta Institut

Im beta Institut arbeiten die Projekte Pädiatrie, mammaNetz und Patientennetz Schlaganfall nach dem Handlungsansatz CM. Das Institut hat einen vereinfachten CM-Ansatz für Apotheken und für Medizinische Fachangestellte (MFA) entwickelt und evaluiert und ist derzeit an der Entwicklung eines ambulanten CM-Modells in der Schmerz- und Palliativversorgung beteiligt. Es berät und begleitet Einrichtungen, die eine CM-gestützte Patientenversorgung einführen wollen.

 

Anerkanntes CM-Ausbildungsinstitut

Das beta Institut wurde als eines der ersten Ausbildungsinstitute von der Deutschen Gesellschaft für Care und Case Management (DGCC) anerkannt. Im Dezember 2008 wurde die Rezertifizierung für weitere vier Jahre erneuert.
Das Institut verfügt über mehrere zertifizierte AusbilderInnen und bildet Case Manager mit verschiedenen fachlichen Schwerpunkten aus. Zudem bietet es Fortbildungen mit Grundwissen zum CM-Assistenten, zum CM in der Sozialversicherung, zu VERAH (Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis) und für Apotheken.


Weitere Informationen zu Case Management

Sekretariat
0821 45054-0  


Links zu einschlägigen Institutsprojekten

 Pädiatrie, Modell Bunter Kreis

 mammaNetz 

 Patientennetz Schlaganfall

 Weiterbildung CM Prozess-Steuerung in Kliniken

 Fortbildung CM für Apotheken

 Versorgungsassistentin in der Hausarztpraxis VERAH

 Consulting

 

Weiterführender Link

 DGCC (Deutsche Gesellschaft für Care und Case Management)




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